Highs and Lows 2018

Das Jahr geht zu Ende und ich verfasse den letzten Eintrag für das Jahr 2018. Also stellt sich die Frage: was waren die Highlights und Lowlights aus der Sicht guter Führung im abgeschlossenen Jahr?

Low – Platz 1  Das Britische Parlament – der Brexit ist eine nationale Aufgabe allerhöchster Wertigkeit für die Zukunft des eigenen Landes. Anstatt sich zusammenzuschließen und gemeinsam diesen Beschluss des Volkes mit aller Kraft synergetisch so gut wie möglich umzusetzen, zerfleischen sie sich lieber im Parteienzwist und verpassen Theresa May den aussichtslosesten Führungsposten der Welt.

Low – Platz 2 Das Management von VW/Audi – sie feiern diese Tage wieder Absatzrekorde – aber ich konnte im gesamten abgelaufenen Jahr beim besten Willen nicht erkennen, dass sie gewillt sind, Vertrauen beim deutschen Kunden wieder herzustellen. Nie wieder ein VW!

Low – Platz 3  Horst Seehofer, Bundesinnenminister und CSU-Parteivorsitzender – so viel Ungeschick als Vorbild und Führungskraft auf einem Haufen gibt es selten. Wenn Führungskräfte mehr Schaden anrichten als Nutzen, sollten sie gehen – aber Horst sitzt noch…

Low – Platz 4  Die gesamte Führung der Deutschen Bank in den letzten 15 Jahren Als Deutscher kann ich mich nur noch schämen, wie man unser internationales Paradebankhaus so herunterwirtschaften konnte. Aber Josef ist sich natürlich keiner Schuld bewusst…

Low – Platz 5  Uli Hoeness – bekannter Manager aus dem Fussball – wieder ein erfolgreicher Mensch, der die Zeichen der Zeit einfach nicht erkennt, weil er sich mal wieder für unersetzlich hält. Großer Führungsfehler!

Low – Platz 6 Vladimir Putin – Präsident – er schafft es mit Beharrlichkeit (leider) dieses grossartige Land Russland auf Platz 65 beim Good-Country Index zu führen. Absolut beschämend!

Low – Platz 7  die Pressekonferenz des FC Bayern im November  selten lagen Ursprungsabsicht (Spieler schützen!) und die Kommunikationsqualität der Führungsriege (Rummenigge/Hoeness) so weit auseinander. Ein Paradebeispiel wie es nicht geht! Das geht in die Geschichtsbücher schlechter Führung ein!

Low – Platz 8 Carlos Ghosn – der CEO von Renault / Nissan — mir war sein Superstar-Nimbus schon immer suspekt – – warum reicht ein Millionengehalt nicht aus? Warum muss man auch noch die Firmenfinanzen zum eigenen Vorteil plündern? Egal was dabei herauskommt, wo Rauch ist, ist auch meist Feuer. Chance vertan, Vertrauen in die Managerriege aufzubauen…

Low – Platz 9 Marion Kiechle – ehemalige Wirtschaftsministerin in Bayern – wenn fehlende Kompetenz sich im neuen beruflichen Umfeld zu bewegen zum Verhängnis wird. Quereinsteiger haben es immer schwer.

Low – Platz 10 Ein hochrangiger Siemens-Manager in Görlitz – macht der Belegschaft immer wieder klar, wie aussichtslos die Zukunft an dem Standort wäre, lässt es sich aber nicht nehmen, seinen exklusiven eigenen Fuhrpark der Belegschaft auf dem Firmengelände in aller Regelmäßigkeit vorzuführen

…..aber es geht auch besser:

High – Platz 10 Leonid Vorobyev – russischer Bandleader – er bringt die Welt näher zusammen, in dem er als Russe, mit einer unglaublich talentierten russisch/ukrainischen Band, die Musik der uramerikanischen Superband “Chicago” wiederbelebt und mehr zur Völkerverständigung beiträgt, als mancher Politiker. Gänsehaut!

High – Platz 9: Steve McQueen – amerikanischer Filmregisseur – Regisseure müssen gute Führungskräfte sein. Für mich hat er den besten Film des Jahres erschaffen: „Widows“

High – Platz 8 Friedrich Merz, gescheiterter Kandidat – er traut sich tatsächlich die Führung von Deutschland als Kanzler zu und hat die allererste Gelegenheit ergriffen, dieses Amt für sich zu realisieren. Hut ab für den Ehrgeiz und das taktische Geschick überhaupt so viele Delegierte hinter sich zu bringen. Aber am Ende war er doch nicht gut genug.

High – Platz 7: Bill Belichick – Headcoach der New England Patriots – wer sich im American Football etwas auskennt, weiß was es bedeutet, ein Top-Team über 20 Jahre zu führen und 5x zum Superbowl -Champion zu krönen. Guter Mann!

High – Platz 6: Donald Trump, amerikanischer Twitterer – allerdings nur für seine Eigenschaft, Versprechen partout einlösen zu wollen – auch wenn viele Versprechen fragwürdig sind.

High – Platz 5: Theresa May, britische Premierministerin – ich bewundere sie dafür, dass sie noch nicht einfach hingeworfen hat. Wenn es ein Beispiel für einen undankbaren Führungsjob gibt, dann hat sie ihn gerade….

High – Platz 4: Amaia Gorostiza, Präsidentin des SD Eibar, Fussballerstligist in Spanien – mit Charme und großer Vertrauenswürdigkeit macht sie das Unmögliche möglich. Großartige Frau!

High – Platz 3 Annegret Kramp-Karrenbauer – CDU-Vorsitzende – Ihr Weg an die Spitze ist bemerkenswert. Ihre Bewerbungsrede beim Parteitag auch. Sie kann Vertrauen aufbauen.

High – Platz 2 Kaspar Rorsted – CEO von Adidas Er steht stellvertretend für alle im Unternehmen Adidas, die es schaffen, das Unternehmen im Kununu-Ranking 2018 auf den Platz 1 als bester Arbeitgeber zu hieven. Glückwunsch!

High – Platz 1 Satya Nadella – CEO von Microsoft Ich bewundere es, wie er mit einer gewissen Leichtigkeit, Nahbarkeit, aber auch großen Klarheit es schafft, Microsoft zu einem Comeback zu verhelfen. Chapeau!

 

Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich in die Weihnachtspause und wer Lust hat, auch im Jahr 2019 mehr über “alles was gute Führung ausmacht” zu erfahren, der schaut einfach ab der zweiten Januar-Woche wieder herein!

Allen Lesern wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein Gutes Neues Jahr!

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