Wer sind meine Lehrmeister in Sachen Führung?

Erstaunlicherweise habe ich in den europäischen Unternehmen für die ich tätig war nur ganz wenige Führungs-Vorbilder erlebt.

Mit Ausnahme von Achim Bongers und Albert Spielmann, beides Manager der damaligen EDS Deutschland & Österreich, kann ich keinen meiner früheren Chefs als Lehrmeister oder Vorbilder betiteln.

Meine Lehrmeister stammen tatsächlich eher aus der angelsächsischen Kultur, deren Namen bekannt sein dürften. Dazu kommen ein paar Unternehmer, deren Geschichten ich nur gelesen, sie aber selbst leider nie erleben durfte.

Der größte Vordenker für mich ist Peter Drucker. Er hat zum ersten Mal klar ausgedrückt, dass es durch Ausbeutung der Mitarbeiter auf Dauer nicht funktioniert. Er hat den Fokus auf die Nutzung des menschlichen Potentials gelegt. Alle die seitdem etwas zum Thema Führung veröffentlicht haben, beziehen sich praktisch auch alle auf diesen genialen Österreicher.
Die schönste Aussage die ich von ihm kenne:  „Wenn die Geschichte unserer Zeit geschrieben wird, wird das wichtigste Ereignis an das sich künftige Generation erinnern werden nicht das Internet oder eCommerce sein, sondern die beispiellose Veränderung der Stellung von Menschen. Zum ersten Mal hat eine stetig wachsende Zahl von Menschen   die Möglichkeit der Wahl und der freien Entscheidung. Zum ersten Mal müssen sie sich selbst organisieren, und sie sind darauf völlig unvorbereitet…“
Wie wahr und wie aussagekräftig für moderne Führungspraktiken…

Wer mich bis heute noch sehr beschäftigt ist Jack Welch – der legendäre Manager, der 20 Jahre benötigt hat, um bei General Electric an die Spitze zu kommen, und den CEO-Sessel sagenhafte weitere 20 Jahre mit Erfolg ausfüllte.  Er beschäftigt mich v.a. deshalb, weil er neben dem konsequenten Fokus auf Leistung noch die Werte-Ebene konsequent eingeführt hat.  Es hat mich beeindruckt, mit welcher Konsequenz er daran glaubte, dass Performance alleine nicht reicht, sondern dass das Leben der unternehmerischen Werte unabdingbare Voraussetzung für langfristigen Erfolg darstellt. Sicher hat er in seinem Streben nach einer Hochleistungsorganisation da und dort etwas übertrieben, aber sein Glaube an die Nutzung des menschlichen Potentials und der Befriedigung wenn sich Menschen entwickeln ist für mich nach wie vor sehr glaubhaft.

Natürlich gehört Stephen R. Covey dazu, der mich mit seinen „7 Wege zur Effektivität“ gelehrt hat, was dauerhafter Erfolg im gesamten Leben – nicht nur im beruflichen Leben – eigentlich bedeutet und womit das zusammenhängt.  Wenn die Menschen alle die 7 Wege kennen und beherzigen würden, wäre die Welt ein definitiv besserer Ort und die Unternehmen natürlich ebenfalls.

In jüngster Vergangenheit kam der Gründer der dm-Märkte, Götz W. Werner dazu. Er lehrt mich, dass man mit einem positiven Menschenbild und einer bedingungslosen Kundenorientierung Marktführer werden kann.  Beeindruckend!

Im Grunde sind all die Menschen für mich Lehrmeister, die etwas aus ihrem Leben machen. All die Menschen die nicht darauf warten, dass einmal das große Wunder geschieht und sie aus ihrer Daseinsecke befreit, sondern ihr Leben selbst in die Hand nehmen, sich offen mit ihren Talenten auseinandersetzen und diese eigenverantwortlich zur Blüte bringen.

Das sind und bleiben meine Lehrmeister.

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