Ein Mann – ein Wort – ein echter „Leader“

Es ist immer spannend die Menschen hinter den bekannten Marken zu entdecken.  Eine Marke, der ich niemals große Aufmerksamkeit schenkte, weil deren Produkte nur eine untergeordnete Rolle für mein Lebensglück darstellten , ist „dm“.

Die „dm-märkte“ gibt es in Deutschland an jeder Ecke und auf den ersten Blick unterscheiden sie sich nicht von den Schlecker’s und Rossmann’s dieser Welt – um mal gleich die zwei wichtigsten Konkurrenten von „dm“ zu nennen.

Interessanterweise hat sich einer von ihnen bereits aus dem Rennen verabschiedet und soviel man auch weiß von der Familie Schlecker – sie war sicher nicht geprägt vom Talent großartige Führung in einem Unternehmen zu praktizieren.  Schlecker war getrieben vom gleichen Glaubenssatz wie die Aldi’s und Lidl’s und die Bahn und mittlerweile auch Unternehmen wie Hewlett Packard und seit ein paar Jahren – seit der Regentschaft von Josef Ackermann – auch die Deutsche Bank.

Der Mitarbeiter verkommt wieder zum reinen Mittel zum Zweck. Alles was zählt ist der maximale Profit. Das ist die Welt der Albrechts, der Ackermanns, der Mehdorns und wie sie alle heißen.

Mein Respekt gegenüber diesen Führungskräften hält sich bekanntlich in Grenzen – denn sie alle haben ein Prinzip nicht verstanden:  wir leben alle in einem System der gegenseitigen Abhängigkeit. Und wer nur seinen eigenen Vorteil sichert, wird früher oder später aus dem Rennen aussteigen.

Hätte man sich vor 20 Jahren jemals träumen lassen, in welchem Zustand die Deutsche Bank als Aushängeschild von Deutschlands Wirtschaft sich heute befindet?

Aber es gibt den erfolgreichen Gegenentwurf und einer der bekanntesten Vertreter von ihnen ist Götz W. Werner.

Götz W. Werner ist Unternehmer.
Götz W. Werner ist Kapitalist.
Götz W. Werner ist vermögend.

aber

Götz W. Werner hat auch etwas verstanden:

Ein Unternehmen ist ein lebender Organismus und es möchte, wie jedes irdische Wesen überleben und zwar möglichst lange und wenn möglich gesund.

Ein Unternehmen lebt aber rein von seinen Kunden.

Für Götz W. Werner gibt es 3 Arten von Kunden:

1. der zahlende Kunde, der die Produkte kauft
2. der Mitarbeiter
3. der Lieferant

Götz W. Werner weiß – wenn er sich um diese drei Hauptkunden nicht kümmert, wird sein Unternehmen dauerhaft nicht erfolgreich sein.

Er hat das Prinzip des „Systemik“ begriffen und macht sich die Mühe sich und seine Firma extrem kundenorientiert aufzustellen.

Hier kann man mal wieder sehen, welche Macht bestimmte Glaubenssätze habe.  Wenn man diese Überzeugung erst einem geschluckt hat und für sinnvoll hält, dann kommt der Rest von ganz alleine.  Sofort würde eine Führungskraft anders handeln – ganz anders mit den wichtigsten Zahl-Kunden umgehen, ganz anders mit den Mitarbeitern umgehen und auch ganz anders mit den Lieferanten umgehen.

Die Ackermanns, Mehdorns und Albrechts dieser Welt denken genau anders herum:  zunächst muss der Profit da sein, dann kommt der Rest.

Das Dumme an diesem dämlichen kapitalistischen Grundgesetz ist, dass der Rest niemals stattfindet, weil der Profit in diesen Manager-Köpfen niemals zufriedenstellend ist. Oder wenn er in einem Jahr mal zufriedenstellend war, dann hat man gleich wieder Angst, er könnte im nächsten Jahr wieder geringer ausfallen und zieht die Daumenschrauben wieder weiter an….

Oh welch traurige Unternehmenswelt das ist…

Komisch, diese unterschiedlichen Glaubenssätze – oder?

Welche der beiden Philosophien steht Ihnen näher?  Die Welt der Werners oder die Welt der Ackermänner und Albrechts?

Hier noch ein paar Gedanken von Herrn Werner die Sie vielleicht genauso nachdenklich machen wie mich:

Götz W. Werner: „Egal, was man macht, man macht es immer für andere Menschen. Das muss man anerkennen wollen. Wenn der Mensch also immer das Ziel ist – ohne Menschen gäbe es keine Wirtschaft –, dann muss ich mich fragen: Ist der Mensch für mich nun Mittel oder Zweck? Ist er der Zweck, habe ich eine andere Situation, als wenn er Mittel ist – und zum Beispiel das Geld der Zweck. Wenn aber das Geld für mich Mittel ist, dann bleibt dem Geld gar nichts anderes übrig, als sich den Menschen zu suchen – als Zweck. Dann orientiert sich alles am Menschen.“

Götz W. Werner: „Mir ist immer klarer geworden, dass man den Kunden konsequent im Fokus behalten muss. Er steht nicht im Mittelpunkt, er ist das Ziel! Ohne ihn findet alles nicht statt.

Götz W. Werner: „In dem Moment aber, in dem man den Mitarbeiter vom Kunden ablenkt, schaut er nach oben zum Vorgesetzten: Das ist der, der mir den Bonus gibt. Das ist der, der dem Beförderungsantrag zustimmt. Das ist der, der mich weiterbringt.“

Götz W. Werner.“Wenn wir am Ende eines Jahres viel Gewinn gemacht haben, dann haben wir etwas falsch gemacht. Dann haben wir zu wenig in die Menschen investiert – also entweder zu wenig in den Kunden oder zu wenig in den Mitarbeiter.

Sie merken schon – es lohnt sich, sich etwas genauer mit diesem außergewöhnlichen Unternehmer auseinander zu setzen. Schauen Sie sich seine Bücher dazu an.

Ach ja – die Preise in seinen Läden sind trotzdem konkurrenzfähig und seine Läden sind anders.  Einfach anders und angenehm – für Menschen eben — ganz anders, als der ganze Aldi- und Lidl-Schrott.

Wenn Ihnen etwas an wirklich guter Führung liegt, dann sollten Sie jetzt wissen, wo Sie ihr nächstes Shampoo kaufen…..

Alles Gute diese Woche!