„Europe talks“ – Jochen Wegner und die Wirkung offener Menschen

Beeindruckende Momente sind meist Glücksmomente.

Sie werden bei mir häufig durch die Natur verursacht – aber es gibt auch Menschen, die dies auszuüben vermögen.

Gestern ist mir einer dieser Momente widerfahren und heute früh kurz vor dem Aufstehen wieder – und interessanterweise sind beide Momente mit ein und der selben Person verknüpft. Es geht um Jochen Wegner.

Jochen Wegner ist Chefredakteur von ZEIT online und bis vor ca. drei Monaten war mir dieser Mann völlig unbekannt.

Das änderte sich auf dem Weg in unseren diesjährigen Corona-Sommerurlaub, der uns nicht wie geplant in die Toskana, sondern nach Thüringen verschlagen hat.

Auf der Fahrt hörten wir die Podcast-Aufzeichnung des Bayern2 Mittagsgesprächs an und es ging um die Frage nach den beliebstesten Podcasts im Lande.

Eigentlich dachte ich seit Längerem, dass Podcasts etwas Antiquiertes anhaftet. Es gibt sie schon gefühlt ewig, der Name PODCAST selbst ist furchtbar und wer hört sich denn wirklich Audiokonserven noch an.

Aber ich wurde mal wieder eines Besseren belehrt!

Natürlich ist jeder Anrufer bei einem solchen Thema überzeugt von dem, was sie oder er vorschlägt, aber man kann ja mal offen sein und einige der Vorschläge ausprobieren.

Besonders interessant fand ich das Format „Alles gesagt“ von den beiden ZEIT Leuten Jochen Wegner und Christoph Amend, der das ZEIT Magazin verantwortet.

Deren Idee ist simpel aber bestechend: sie laden einen interessanten Gast zum Interview ein und nur der Gast hat das Recht, das Gespräch durch Nennung eines am Anfang vereinbarten Codewortes zu beenden. Fällt das Codewort, ist das Gespräch schlagartig beendet. (Ulrich Wickert passierte das in seiner herrlich trampeligen Art aus Versehen und nach ca. 13 Minuten war Ende)

So fuhren wir Richtung Thüringen und lauschten gemeinsam dem 3-er Gespräch mit Dunja Hayali, der bekannten ZDF-Moderatorin. Dieses Gespräch begleitete uns auf jeder Autofahrt bin fast wieder zur Heimkehr, denn es dauerte sage und schreibe über 8 Stunden!

Wer jetzt stöhnt und denkt „Meine Güte, 8 Stunden reden und zuhören… völlig ausgeschlossen in unserer schnellen Info-Häppchen-Welt“, der irrt. Es war pures Vergnügen über eine solche lange Strecke Menschen zuzuhören, die etwas zu sagen haben und gesittet und klug miteinander umgehen können.

Jochen Wegner und sein Kollege machen das großartig und ich habe in den letzten Monaten zusammengezählt nun bereits Tage mit den Gesprächen von „Alles gesagt“ verbracht – und – und das halte ich für wesentlich – nicht nur viel gelernt, sondern auch meine Meinung über Menschen geändert.

So ist Alice Schwarzer für mich nicht mehr die Unerträglichkeit in Person, Thomas de Maizère hat sich innerhalb von vier Stunden von einem spröden Politiker zu einem überaus witzigen und klugen Menschen entwickelt und man erkennt , dass hinter der It-Girl-Fassade von Lena Meyer-Landruth ein reifer Charakter steckt.

Nun zurück zu meinen jüngsten Momenten des Beindrucktseins.

Für die Autofahrt zu einem der aktuell dünn gesäten Live-Gespräche mit Kunden schaute ich auf der Gesprächsliste von „Alles gesagt“ nach und stieß einen kleinen inneren Jubelschrei aus, als ich den Namen der jüngsten Episode las: „Yuval Harari“.

Ich habe über ihn schon einmal in einem meiner Texte hier berichtet und die anderthalb Stunden Autofahrt für die Strecke Harmating – Landsberger Straße und retour verflogen wie nichts.

Ich halte diesen Menschen im Moment für den klügsten Geist den ich kenne, weil er es versteht, die Grundprinzipien des Lebens auf sehr einfache Formeln zu bringen, er einen sehr unverstellten Blick auf die Realität hat und/aber dabei den Glauben an die Menschheit dabei nicht verliert.

Auch wenn Christoph Wegner und sein Kollege im Englischen etwas radebrechen, so bin ich ihnen allein für diese dreieinhalbstündige Erfahrung und gut verbrachte Lebenszeit einfach nur dankbar.

Wie mein YouTube-Algorithmus nun so drauf ist, bietet er mir heute Früh einen Mitschnitt eines TED-Vortrages von Jochen Wegner wohl aus dem Jahr 2019 an und dieser Vortrag hat mich so berührt, dass ich es wert halte, darüber zu schreiben und festzuhalten.

Ich will nicht viel verraten – aber es beeindruckt mich zutiefst aus folgenden Gründen:

  1. simple Ideen haben mal wieder große Wirkung
  2. Veränderung entsteht selten allein sondern immer in einem Team (in diesem Fall der Redaktion von ZEIT-online)
  3. Gute Führung bedeutet, kleinen Ideen Raum zur Entfaltung zu geben, auch wenn kein Budget vorhanden ist
  4. Menschliches friedliches Zusammensein ist doch gar nicht so schwer…

Viel Vergnügen beim TED-Talk von Jochen Wegner:

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Heinz-Christian und das Fundament von allem – Glaubwürdigkeit

Und wieder ist es angebracht, sich dem Thema „Vertrauen“ näher zu widmen. Österreich steckt in einer Staatskrise. Die Kosten und all die weiteren negativen Auswirkungen auf das Land und auf Europa sind überhaupt noch nicht abzusehen. Und was hat das Ganze verursacht? Das Verhalten einer einzigen Person!

In diesem Fall ist es Heinz-Christian Strache, ehemaliger Vizekanzler und Vorsitzender der FPÖ in Österreich.
Was hat der Mann in den letzten Jahren nicht alles versucht, um sich persönlich und seine eigene Partei als die einzig wahrhaft moralische, vertrauenswürdige Instanz in Österreich darzustellen. „Wir sind die wahrhaft Guten und die anderen sind diejenigen, die im Filz und Klüngel nichts weiterbringen…“
Überrascht sollte nach Betrachten des Videos eigentlich niemand sein. Im Grunde weiß man es – man hat halt arg zu selten eine ungefilterte Innensicht in die Gespräche hinter den Kulissen. Das ist mit diesen Videoausschnitten nun anders.

Korruption ist der Tod jeder lebendigen, prosperierenden Gesellschaft – und was wir hier sehen ist typische Korruption: Vorteilsnahme zum Wohle der eigenen Ziele – gleichgültig, welche Auswirkungen das auf das Ganze hat – auch wenn noch gar nicht klar ist, ob und wieviel von dem Gesagten tatsächlich umgesetzt wurde.

Besonders schlimm ist es nun, dass er die zweite Geissel unser heutigen Welt vorantreibt: die Opferhaltung. Anstatt Demut walten zu lassen, geht er sofort in die Opferrolle und macht andere für sein jetziges Schicksal verantwortlich. Das ist nicht nur schäbig, sondern animiert seine Anhänger und Gefolgsleute es ihm gleichzutun, womit die Spaltung in der Gesellschaft weiter vorangetrieben wird.

Wir alle wissen, wie schwierig es ist, die persönliche Glaubwürdigkeit aufrecht zu erhalten. Jeder Leser des Buches „Schnelligkeit durch Vertrauen“ weiß auch, dass diese Vertrauenswürdigkeit von vier Faktoren abhängt: Resultate / Fähigkeiten / Integrität und Absicht.
Und wir wissen, wie schnell man seine Vertrauenswürdigkeit verspielen kann. Ich habe diese Erfahrung in verschiedenen Bereichen meines Lebens oft genug erlebt.

Ginge es einem Heinz-Christian Strache glaubhaft darum, Vertrauen zurückzugewinnen, so könnte er aus dem besagten Buch z.B. lernen, dass es insgesamt 13 Vertrauensregeln gibt (in Wahrheit sind es 14, wenn man „vergeben“ noch hinzunimmt), aus denen er eine glaubhafte Strategie für den Wiederaufbau seiner Reputation entwickeln könnte.

Nur ist in diesen 13 (14) Vertrauensregeln nichts zu lesen, andere für sein Schicksal verantwortlich zu machen (so wie er es leider in einem typischen Reflex aller Populisten tut)

Aus meiner Sicht kämen folgende Regeln für ihn zum Einsatz:

  • ehrlich sein („ich habe das alles gesagt – gleichgültig wie die Belgeitumstände waren)
  • Fehler eingestehen. (Sich bei ALLEN Betroffenen spürbar glaubhaft entschuldigen – u.a. bei allen von ihm beim Namen genannten Personen – gleichgültig derer Hintergründe)
  • verzeihen (das zweifelhafte Verhalten der Auftraggeber des Videos und das Verhalten des Spiegels und der SZ nicht in den Vordergrund stellen und nachsichtig sein)
  • sich verbessern (das kann er nur ab jetzt zeigen)
  • Verantwortung übernehmen (die Verantwortung bei sich lassen (und nicht Alkohol, Schwüle etc. beschwichtigend anführen / von allen Ämtern zurücktreten, um weiteren Schaden am System zu vermeiden)
  • sich der Realität stellen (es ist bewiesen, ich kann mich da nicht rausreden)
  • Transparenz erzeugen (glaubhaft darlegen, dass es diesen Verein nicht gibt und keine Schattenspenden geflossen sind)

Von diesen sieben Verhaltensregeln hat er zwei zur Hälfte bedient (Fehler eingestehen und Verantwortung übernehmen) – ob er die anderen Hebel nutzt, werden wir sehen. Persönlich bin ich da allerdings skeptisch.

Echte Größe in der Niederlage oder in der Aufdeckung schäbigen Verhaltens (vor dem wir alle nicht gefeit sind) zu zeigen, ist ein (zu) seltenes Gut.

Aber ich gebe meine Zuversicht nicht auf, dass es in unserer Welt der „Image-Bewahrung“ nicht völlig untergeht.

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Die CDU und die Suche nach guter Führung

Letzter Freitag war ein ungewöhnlicher Tag! Ich habe den ganzen Tag von morgens bis abends auf Phoenix den Livebericht über den CDU-Parteitag verfolgt. Warum nur?

Das hat natürlich etwas mit Führung zu tun. Denn zum einen verlässt die Parteichefin nach 18 Jahre Regentschaft die Brücke und zum anderen steht die Frage für 1001 Delegierte im Raum: wen wählen wir zu unseren neuen Führungsfigur, die uns in eine erfolgreiche Zukunft führen kann?

Diese Frage ist nicht nur sentimentaler Natur. Uns muss allen klar sein, dass den meisten der Delegierten die Hose auch näher ist als die Jacke ist und ihre eigenen Karrieren auf dem Spiel stehen. Gelingt es der neuen Vorsitzenden nicht, den Abwärtstrend für die Volksparteien bei den Wahlen nicht aufzuhalten, verlieren massenweise der Delegierten ihren gutdotierend Job.

Also – das war wirklich in spannender Tag für mich und ich muss sagen , er hat mich nicht enttäuscht.

Selten bekommt mein einen offenen Prozess geboten, bei dem es direkt und messbar darum ging: wem von den drei Kandidaten wird das meiste Vertrauen geschenkt, die Organisation in eine gute Zukunft zu führen? Kein Geschacher in den Hinterzimmern der Macht – ein echter Wettbewerb der Positionen und der Vertrauenswürdigkeit. Großartig!

Aber wie kann es nur sein, dass man kein eindeutigeres Ergebnis erhalten hat als 51:49? Wie kann man so unterschiedlicher Meinung sein, wer besser ist für die Zukunft – gleichwohl die Zielsetzung immer dieselbe ist: “wir bleiben die mit Abstand stärkste Volkspartei und wir wollen wieder bei 40% Zustimmung bei den nächsten Bundestagswahlen liegen!”

Selten, dass eine Organisation ein so klares Ziel vor Augen hat an dem sich alle ausrichten können!

Nur über den Weg ist man sich mal wieder nicht einig – der Weg durch die Mitte oder sich eher mit den Rändern beschäftigen und “konservativer” werden? Und damit sind wir bei einer der schwierigsten Führungsdisziplinen: die richtige Strategie wählen und umsetzen!

Was mir bei beiden Kandidaten gefehlt hat, ist der konkrete Plan, wie man die 40% den jemals wieder erreichen wird. Ich glaube auch nicht, dass dieser existiert und man ihn nur nicht kommuniziert, um dem politischen Gegner keine Angriffsflächen zu bieten.

Der dritte im Bunde – Jens Spahn – hat mir bei seiner Schlussrede auf dem Parteitag in sofern imponiert, als dass er ein schönes Bild von 2040 gemalt hat – das war transparent und anziehend – aber auch bei ihm hat der Plan gefehlt.

Annegret Kramp-Karrenbauer hat auf ihre persönliche Glaubwürdigkeit gesetzt: sie hat ihren “Track Record” mit ihren vielen Ämtern und Wahlerfolgen der Vergangenheit ins Feld geführt und sie hat auf ihren “guten” Charakter der Integrität und der Absicht gesetzt, alles zum Wohle der Partei unternehmen zu wollen. Eine konkrete Strategie konnte sie nicht liefern.

Friedrich Merz hat darauf gesetzt, dass die Delegierten ihn als Anführer wählen, weil er es ist, der die globalen Herausforderungen durchblickt und gewillt ist, ihnen allen die Stirn zu bieten. Nach dem Motto: “lasst jetzt mal den Kuschelkurs der Frauen beiseite – hier stehen ganz anderen Anforderungen im Raum und die müssen mit klarer Kante angegangen werden”. Aber auch ihm fehlte im Grunde der genaue Plan.

Und so bleiben letztlich nur Glaubensfragen übrig, um eine so wichtige Entscheidung nach der richtigen Führungsfigur zu treffen – und das ist eher bedauerlich und zeugt davon, dass allen dreien die Fähigkeit für eine großartige Führungskraft eher abgeht.

Ohne Strategie bleibt nur Hoffnung und das ist mir ehrlich gesagt zu wenig!

Letztlich glaube ich persönlich, dass die Wahl für AKK für die Partei die Bessere war, denn am Ende geht es bei den nächsten Bundestagswahlen wieder nur darum, in mehr als 40% der Köpfe der Bundesbürger die zur Wahl gehen die Überzeugung zu verankern, dass die CDU die wichtigsten Lebensmotive dieser 40% am besten unterstützen kann. Hier traue ich AKK die meiste Kompetenz zu, gut zuzuhören und die richtigen Konzepte zu formulieren.

Ich bin überzeugt, dass sie keine Mini-Merkel ist, sondern sogar die bessere Merkel wird.

Ihren Weg zu beobachten bleibt jedenfalls nicht nur spannend – sondern für uns als Deutsche auch extrem relevant!

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Einer der es ernst meint und die Sache mit der Säge

Erkenntnis No 1 diese Woche: Ist die Säge stumpf, geht wenig.

Erkenntnis No 2: Man kann mit einem positiven Menschenbild  enorm erfolgreich sein!

Bevor ich über das faszinierendste Leseerlebnis der letzten 10 Jahre im Zuge von guter Führung berichte,  muss man immer und immer wieder die Erinnerung daran setzen, wie wichtig es ist, seine physische, mentale, soziale oder Sinn-Säge scharf zu halten.

Eigentlich sollte ich den Sonntag bei Sonnenschein irgendwo in den Bergen verbringen. Der heutige Montag war laut meinem Kalender einzig und allein zum „Säge schärfen“  – also zum Regenerieren – vorgesehen…

Aber ich liege in der Augenklinik und musste eine akute OP über mich ergehen lassen. Auch wenn schlicht das Älterwerden für die Risse in meiner Netzhaut verantwortlich sind, so zeigt die Natur uns auf sehr direkte Weise unsere körperlichen Limits auf.

Wir können hier im Blog soviel über Führungsprinzipien philosophieren wie wir wollen – die Säge regelmäßig zu schärfen ist und bleibt das oberste Gebot für jeden – das gilt auch und insbesondere für Führungskräfte. 🙂

Sonst verpasst man nämlich auch die Chance, etwas ähnlich Grossartiges zu schaffen, wie zwei aussergewöhnliche Unternehmen, welche ich an dieser Stelle behandeln werde.

Nein, ich rede nicht von Siemens, die zum x-ten Mal ihre Organisation auf den Kopf stellen und Tausende von Mitarbeitern nach Hause schicken, anstatt ihre Energien in Kundenzufriedenheiten und Innovationen zu stecken, oder gar die Deutsche Bank, die es Weiterlesen

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„Unterwerfung“ oder „Das Lied der Natur“

„Unterwerfung“ – so heißt der jüngste Roman von Michel Houellebecq.  Das Buch ist vor allem in Frankreich in aller Munde aus zwei Gründen:  es ist eine fast gespenstisch reale Vision der Islamisierung Frankreichs und das Buch wurde just an dem Tag des Attentats auf Charlie Hebdo veröffentlicht.

Ich lese gerade dieses Buch parallel zum neuesten Werk meiner Lieblingskünstlerin, der französischen Pianistin Helene Grimaud.  In  „Das Lied der Natur“ zeigt sie sehr eindringlich und poetisch, wie wir uns als Menschen immer weiter von der Natur wegbewegen, hinein in ein völlig materialistisch geprägtes System, welches uns Sicherheit verspricht und doch nur innere Leere produziert, wobei gleichzeitig unser Lebensraum auf diesem Planeten früher oder später hierfür geopfert wird.

Was haben diese beiden Bücher gemeinsam und was haben diese beiden Bücher mit dem Thema Führung und Synergie zu tun?

Beide Werke sind symbolhaft dafür, in wie weit fehlendes Vertrauen die Wurzel aller unserer irdischen Probleme – sei es in Familien, Unternehmen oder auf dem Globus – ist.

Im Buch von Michel Houellebecq schafft es die muslimische Bruderschaft unter der Führung von Mohammed Ben Abbes die Regierungsverantwortung in Frankreich zu übernehmen. Eine Illusion?  Wohl mitnichten!   Die sozialistische Regierung hat ihr Vertrauen nach zwei Legislaturperioden verspielt, man hat Angst vor den Nationalsozialisten als stärkste Kraft  und schon ist ein Mann an der Macht, der bei einer signifikant ausreichenden Zahl von Menschen Vertrauen aufbauen kann – selbst wenn es ein gemäßigter Muslime ist – oder gerade deshalb.
Selbst so vermeintlich fremde Menschen können Vertrauen aufbauen, wenn das Umfeld wenig vertrauensbildend ist.  Das war schon bei Adolf so.

Die Aktienmärkte rauschen nach oben. Eigentlich ein Zeichen von Vertrauen, denn seit je her, waren hohe Aktienkurse ein Ausdruck von echter Wirtschaftsstärke und dem Vertrauen in eine gute Zukunft.  Diesen Indikator zweifle ich diesmal an.  Die Aktienkurse sind ein Trugbild und eher ein Akt der Verzweiflung, weil es für gesunde Renditen derzeit kaum Alternativen gibt. Ich kenne kaum jemanden in meinem Umkreis, weder im privaten noch im beruflichen Umfeld, dem die augenblickliche Lage in der Gesellschaft, in den Märkten oder auf der Welt wirklich behagt.  Die Krise z.B. der Zinsmärkte ist eine Vertrauenskrise, weil die Banken das billige Geld nicht in tragfähige Kredite umwandeln können – dafür fehlen Ihnen auf der Kundenseite die Sicherheiten. (wieder ein Vertrauensproblem)

So richtig will keine gute Stimmung im Land aufkommen:  Ebola scheint zwar verkraftet. Das mit der Ukraine ist aber nicht ausgestanden und berührt unsere Europa-Grenzen spürbar. Der Euro verliert massiv an Wert. Die Griechen rühren die Euro-Debatte wieder an. Der islamistische Terror steht vor der Tür und die vielen Flüchtlinge sind schon längst eingetreten. Der Winter ist auch nicht normal und hält uns gleichfalls vor Augen, dass die Dinge nicht mehr so sind, wie wir sie gelernt und erfahren haben…

So ein richtiges Vertrauen in ein stabiles sicheres Lebensumfeld baut sich irgendwie nicht auf.  Und wenn man innerlich selbst unsicher ist, dann schaut man gerne auf andere Menschen und hofft inständig, dass da jemand sein möge, der ruhigen Kopf behält und cool den Weg in die sichere Zukunft weist:  und schon sind wir wieder beim Thema Führung!

Die Globalisierung beschleunigt den technischen Fortschritt und das kapitalistische System. Selbst die Erz-Kommunisten wie in Russland und China sind vom kapitalistischen System zersetzt und weisen den weltweit größten Anstieg an Milliardären aus.  Sogar die islamischen Staaten kennen sich im Umgang mit ihren Petto-Billionen sehr gut aus, wie man am Irrsinn am Persischen Golf in Metropolen wie Dubai und Kathar bestaunen kann. Aber warum hetzt dies Welt so manisch dem Geld und den Profiten hinterher?   Weil Geld die Lebensressource schlechthin in unserem System darstellt und weil viel Geld vertrauensbildend ist.  Einem Menschen ohne Geld vertraut man nicht – man traut ihm nicht wirklich etwas zu.  Einem Menschen mit viel Geld traut man eine Menge zu und man verhält sich entsprechend unterwürfig ihm oder ihr gegenüber.

Warum stellt man einen neuen CEO an die Spitze eines Unternehmens?   Weiterlesen

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Die ersten „100 Tage“ in der neuen Führungsposition — das große Missverständnis…..

Man kann als Führungskraft verdammt viele Fehler machen – das ist wohl wahr! Und einer der gravierendsten Fallen in die man treten kann, liegt schon in den ersten 100 Tagen der neuen Amtsführung!

Einverstanden – über die Zahl der Tage kann man streiten und in der Realität stellt sie wohl die Obergrenze für den „Welpenschutz“ dar, aber wir wissen dadurch einfach alle, was damit gemeint ist.

Vor ein paar Jahren gab es einen Wechsel an der Spitze einer Stabsstelle einer großen Firma. Der neue Manager hatte sich durch eigene Firmen eine hohe fachliche Kompetenz in diesem Metier erarbeitet und als er in der neuen Rolle antrat dauerte es keine drei Tage und er stellte die Organisation strukturell auf völlig neue Füsse.

Man muss sich also vorstellen, dass dieser Mann den Plan für die neue Struktur schon lange vorher im stillen Kämmerlein ausgearbeitet hatte und ihn gleich am Start aus der Tasche zog.
Natürlich hatte er diesen Plan benötigt, um den Aufsichtsrat von sich als fähigen Kandidaten zu überzeugen.  Diesen Plan aber gleich aus der Tasche zu ziehen und seinen Leuten von Anfang klar zu machen:  „Jetzt passt mal auf!  So werden wir in Zukunft arbeiten und uns sinnvoll aufstellen! Ich bin voll davon überzeugt, dass das uns erfolgreich machen wird!“ –  das ist ein Kardinalfehler von Frauen und Männer in Führungsrollen, die den Unterschied zwischen Management und Führung noch nicht verstanden haben und in Bezug auf eine wahre Qualität als echte, großartige Führungskraft noch eine Menge Entwicklungsweg vor sich haben — gleichgültig, welchen MBA-Abschluß oder Doktortitel sie sonst anstreben.

Das zweite Beispiel stammt von einen Produktionsleiter eines mittelständischen Unternehmens in Süd-Deutschland.
Kaum im Amt, fängt der Mann an Dinge zu verändern. Und zwar Dinge, die die Organisation bereits längst diskutiert hatte und als wenig effektiv bewertet hatte.  Er führt es trotzdem ein und Weiterlesen

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4 Antworten zum Thema „Persönliche Glaubwürdigkeit“

Diese Woche beschäftige ich mit ein paar Fragen zu einem Thema, welches meines Erachtens viel zu kurz kommt:  die persönliche Glaubwürdigkeit.

Das ist in sofern bemerkenswert, weil es die Basis jeder guten Führungsaufgabe ist. Auf der anderen Seite wird der Wert gar nicht so wahrgenommen, geschweige denn aktiv daran gearbeitet.  Aus irgendeinem Grund geht man selbst immer davon aus, dass man doch eigentlich vertrauenswürdig sei.  Aber dieser Gedanke ist fatal!
Nehmen wir das Beispiel Barack Obama!  Dieser Mann war für mich zunächst der Inbegriff der Integrität und der Glaubwürdigkeit. (Man muss zugeben, dass George Double-iu es ihm auch sehr leicht gemacht hat).  Aber was ist heute? Er ist nur eine sogenannte „lame-duck“.  Das Vertrauen in seine Amtsführung ist massiv untergraben und er hat es sich selbst zuzuschreiben.

Vielleicht hätten er oder Uli Hoeness oder oder oder oder oder sich mit diesem Thema näher befassen sollen..

Also los..

Frage 1:  Welche Rolle spielt „persönliche Glaubwürdigkeit“ für den Erfolg eines Managers?

Es ist aus meiner Sicht der Kern von guten Führungskräften. Viele Manager und Führungskräfte verlassen sich auf die Autorität ihrer gewonnen Position. Weil ich Boss bin, habe ich automatisch etwas zu sagen und habe mehr Befugnisse, Entscheidungsrechte und Entscheidungsfreiheiten. Das verleitet viele dazu, es sich in ihrer Autoritätsposition bequem zu machen. Ich streite auch gar nicht ab, dass das sehr lange einigermaßen funktionieren kann. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen auf Führungspositionen sitzen, die allein über diese „Positionsmacht“ führen. Schaut man sich jedoch die Karrieren dieser Menschen an, dann bleiben diese häufig (leider nicht immer) auf halber Strecke stecken. Sie erreichen meist ein paar kurzfristige Ziele durch viel Aktionismus und qualifizieren sich dadurch sogar häufig für höhere Aufgaben, weil man ihnen grundsätzlich zutraut Ergebnisse zu erzielen. Aber nur die wenigsten können das aufbauen, was eine Organisation am erfolgreichsten macht: Vertrauen in der Organisation.  

In den wirklich wichtigen Positionen unterscheiden sich die Kandidaten – ob männlich oder weiblich – nicht mehr von ihren Grundfähigkeiten oder Erfolgsgeschichten – solche haben die meisten genug vorzuweisen. Am Ende entscheidet die größere persönliche Glaub- und Vertrauenswürdigkeit – davon bin ich zu 100% überzeugt – sofern es den Entscheidern, meist Aufsichtsräten oder Vorständen, um den langfristigen Erfolg ihres Unternehmens geht.

 

Frage 2: Glaubwürdigkeit klingt gut, aber verstehen wir alle das Gleiche darunter? Wie definiert man Glaubwürdigkeit und ist es mit Vertrauenswürdigkeit gleichzusetzen?

Ob wir alle das Gleiche unter den Begriffen verstehen wage ich zu bezweifeln – aber Weiterlesen

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Die Sache mit der „Vision“ – – muss man zum Visionär geboren sein?

Der schädlichste Satz, der in diesem Zusammenhang wohl je gesagt wurde, stammt vom deutschen Altbundeskanzler Helmut Schmidt:  „Wer eine Vision hat, muß um Arzt!“

Da dieser Mann in Deutschland die mit Abstand höchsten Vertrauenswürdigkeitswerte besitzt, ist dieser Satz auch nicht so schnell auszurotten. Da kann man mal wieder sehen, welche Kraft eine große Vertrauenswürdigkeit für eine Führungskraft entwickeln kann….

Aber im Ernst:  Die Vertrauenswürdigkeit und der kontinuierliche Aufbau von Vertrauen ist der Kern einer wirklich guten Führung.  Danach kommt sofort die zweite große Fähigkeit:  eine überzeugende Richtung vorzugeben.

Viele Manager verwechseln Entscheidungsfreude mit Richtungsvorgabe. Wenn eine Organisation gut funktioniert und erfolgreich ist, tritt diese Eigenschaft der guten Richtungsvorgabe meist in den Hintergrund. Aber spätestens wenn ein Sturm aufzieht, die Sicht vernebelt ist, Panik oder nur Unruhe an Bord ausbricht, dann ist die Fähigkeit gefragt zu wissen, was zu tun ist und wohin die Reise gehen soll.

Nehmen wir als jüngsten Beispiel die EURO-Krise (welche im Übrigen wohl noch längst nicht ausgestanden ist — und niemals sein wird, denn die ersehnte Stabilität in dieser jüngsten Globalisierung wird es so schnell nicht mehr geben…).
Es ist unheimlich viel Vertrauen in die Finanzmärkte, aber auch in die Führung der Euro-Staaten verloren gegangen. Man sieht einen Abgrund vor sich und sucht einen Ausweg. Diese Aufgabe überträgt man natürlicherweise den Führungskräften – in diesem Fall den Regierungschefs. Ob USA oder Europa, überall ist plötzlich die Fähigkeit gefragt, zu wissen wo die goldende Zukunft liegt, und den Menschen damit wieder Zuversicht und Hoffnung zu geben. Und wieviele der Regierungschefs entspricht hier unseren Erwartungen und Hoffnungen?  Dabei geht es nicht mal darum, Wahrsager zu werden. Es geht nur darum eine einigermaßen schlüssige Perspektive aufzuzeigen, die den Menschen in den Völkern das Gefühl vermittelt, dass es sich weiter lohnt, sich zu engagieren. Dabei ist dieser Prozess gar nicht so schwierig, wie man immer denkt.

Deshalb auch die Frage:
Ist Richtungsvorgabe damit auch letztlich wieder nichts anderes, als Vertrauen und Zuversicht zu schaffen?  

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Triebfeder #1 für unser Handeln im Business: ANGST

Es gibt einen bemerkenswerten Satz, dessen Urheber ich leider nicht mehr kenne.  Dieser Satz bezieht sich auf das Verhalten von Mitarbeitern in den Unternehmen.   „Most people in organizations play „not to lose“ rather than „play to win“! „

Dieser kleine Satz beschäftigt mich schon lange und er ist sicher einer der größten Quellen für Mittelmäßigkeit – oder auf der anderen Hand – für ausgeprägten dauerhaften Erfolg, vorausgesetzt, die Mitarbeiter „spielen um zu gewinnen“.

Was macht den Unterschied aus? Wie kann man das beeinflussen – denn diese Frage ist für jede Führungskraft elementar.

Zunächst möchte ich die Geschichte von Captain William Swenson kurz wiedergeben.   Er war 2009 Captain der US-Truppen in Afghanistan und sein Trupp begleitete eine Gruppe afghanischer Wahlhelfer durch das Land.  Dieser Trupp ist in einen Hinterhalt der Taliban gefallen und befand sich unter feindlichem Feuer.

William Swenson selbst begab sich unter Lebensgefahr auf das Schussfeld und rettete zusammen mit einem Soldaten einen verwundetes Mitglied seiner Truppe.   Zusammen trugen sie ihn zu einem Rettungshubschrauber.  Einer der Begleitpersonen hatte eine Helmkamera dabei und so wurde die ganze Szenerie ohne Wissen von Captain Swenson auch noch gefilmt.

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Ein Wort über Götter….

gott-4_Gottheiten sind seit je her für uns Menschen eine Führungsinstanz. Da oben gibt es jemanden, der irgendwie alles regelt und bestimmt. Wir hier unten müssen uns den Gottheiten beugen und tun was diese für angebracht halten.

Die Griechen haben das besonders toll getrieben und haben daraus gar einen ganzen Pantheon gebildet – für jede Lebenslage einen eigenen Gott der verehrt wurde.

Wir sind mittlerweile alle etwas pragmatischer unterwegs und für viele Gläubige reicht schon der EINE.

Wir wissen auch, dass viele von uns an den überirdischen Schöpfer leider nicht so recht glauben können und haben sich schon lange vom religiösen Betrieb abgewendet.
Haben diese Menschen deshalb trotzdem keine Götter in ihrem Leben?

Aber wohl.  Es gibt auch irdische Götter, denen alles geglaubt wird und nach denen sich gerichtet wird.

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